“Dransein oder Absein, das ist hier die Frage…„

Evtl. eine Tragödie von W.S.

Untergründe

Bevor Ihr mit der Verarbeitung der Riemchen beginnt, solltet Ihr euch ein paar wichtige Fragen stellen: Welcher Untergrund ist für Riemchen geeignet? Kann man Verblender auf Putz kleben? Wie werden die Klinkerriemchen befestigt? Ihr könnt euch am Grundsatz orientieren, solange der Untergrund tragfähig ist, können Riemchen darauf geklebt werden.

Ziegelriemchen können zwar auf vielen Untergründen verlegt werden, jedoch bedarf es hier und da kleiner Vorarbeiten. Generell könnt Ihr euch aber am Fliesenlegen orientieren. Überall dort wo Ihr Fliesen anbringen könnt, können auch Riemchen verlegt werden. Der Ursprung von Fliesen und Klinkerriemchen ist der gleiche – und zwar Ton, der zu einer Keramik oder einem Klinker gebrannt wird. Daher ist vieles bei der Verarbeitung ähnlich oder gleich.

Diese Untergründe benötigen etwas Vorarbeiten:

Fliesen

Grundsätzlich können unsere Riemchen auf bestehende Fliesen aufgeklebt werden. Dabei sind jedoch ein paar Dinge zu beachten.

Die Fliesen müssen auf der ganzen Fläche wirklich fest verklebt sein. Lose Fliesen sind ein Problem – da darf nicht nochmal etwas Schweres draufgeklebt werden. Oft genügt es, die Fliesenwand mit den Fingerknöcheln abzuklopfen. Lose Fliesen erkennt man schon an dem hohlen Ton, der beim Klopfen entsteht. Sollten lose Fliesen dabei sein führt leider nichts daran vorbei, alle Fliesen von der Wand zu klopfen bevor die Riemchen verklebt werden.

Fliesen

Auch wenn unsere Riemchen nur 1,5cm dünn sind ergibt sich mit ihnen eine neue dickere Wandstärke. Angrenzende Schranktüren oder Fenster lassen sich dann unter Umständen nicht mehr öffnen oder klemmen bzw. schleifen beim Auf- und Zumachen. Das solltet ihr unbedingt vorher bedenken und am besten die kritischen Stellen vorher genau ausmessen.
Das gilt natürlich für alle Baumaßnahmen, bei denen der „alte“ Untergrund erhalten bleibt.

Fliesen Sockel Haus sanieren
Fliesen Sockel Haus sanieren

Vorbehandlung

Vor dem Verlegen sollten die Fliesen von Schmutz und Staub befreit und trocken sein. Da der Untergrund von Fliesen grundsätzlich sehr glatt ist, müssen die Fliesen mit unserem Kunstharz-Voranstrich behandelt werden. Dieser unterstützt die Verbindung zwischen dem Klebemörtel der Riemchen und den Fliesen. Er besteht aus zwei Komponenten, die im Verhältnis von 1:1 gründlich vermischt werden. Die Verarbeitungszeit beträgt bei 18° – 20° in etwa 60 Minuten. Das Gemisch wird mit einem Pinsel, einer Rolle, einem Moosgummi oder einer glatten Spachtel dünn auf die gesäuberten Fliesen aufgetragen. Zur Verbesserung der Streichfähigkeit kann bis zu 5% Wasser zugegeben werden. Nach ca. 60 Minuten, wenn der Voranstrich zu einem klaren Film getrocknet ist, kann der Klebemörtel aufgetragen und die Riemchen angeklebt werden. Die Weiterverarbeitung mit dem Klebemörtel sollte somit frühstens nach 60 min und innerhalb von 2 Tagen nach der Vorbehandlung mit dem Kunstharz-Voranstrich erfolgen.

OSB-Platten

OSB Platte

Bei OSB-Platten oder Spanplatten sollte man zwischen einer Verlegung im Außenbereich und im Innenbereich unterscheiden, da im Außenbereich die Belastungen durch Witterungseinflüsse viel größer sind.

OSB-Platten außen

Im Außenbereich solltet Ihr unbedingt eine Schutzschicht auf die Holzplatte aufbringen, die gegen Feuchtigkeit abdichtet. Das kann ein Aquapanel, eine Zementfaserplatte, eine Wedi-Bauplatte oder eine aufgeschraubte Mineralwolldämmung sein. Die Platten können dann mit speziellen Tellerdübeln aufgeschraubt werden. Diese Dübel verteilen den Anschraubdruck der Schraube gleichmäßig auf die Platten.
Zusätzlichen Schutz bietet noch das anschließende Verputzen mit einem Armierungsgewebe. Danach können Klebemörtel und Riemchen angebracht werden. Handelt es sich bei eurem Projekt um ein ganzes Haus, dann ist das Thema unter Umständen komplexer. Sprecht uns am besten noch einmal an – wir beraten euch gerne.

OSB-Platten innen

Bei Spanplatten im Innenbereich könnt Ihr euch am Verlegen von Fliesen orientieren (wie weiter oben bereits beschrieben). Um die gesamte Konstruktion noch stabiler und verwindungssteifer zu machen, empfehlen wir aber, auf die OSB-Platten noch Gipskartonplatten (Rigipsplatten) aufzuschrauben. Hierauf können die Riemchen dann mit dem Klebemörtel ohne weitere Vorarbeiten aufgeklebt werden.

Achtung: Dadurch wird die Wand natürlich noch einmal deutlich dicker. Achtet bitte darauf, dass es keine Platzprobleme mit angrenzenden Türen, Fenstern oder Schränken oder deren Scharnieren gibt.

Solltet Ihr direkt auf die OSB-Platte verlegen wollen, sollte diese wie beim Verlegen auf Fliesen mit einem Kunstharz-Voranstrich behandelt werden. Dazu die Komponenten A und B im Verhältnis 1:1 vermischen. Danach kann das fertige Gemisch bei einer Verarbeitungszeit von ca. 60 Minuten mit einem Pinsel, einer Rolle, einem Moosgummi oder einer glatten Spachtel dünn auf die gesäuberte Oberfläche aufgetragen werden. Der Klebemörtel kann dann nach ca. 1 Stunde Trocknungszeit aufgetragen werden, wenn die Kunstharzschicht zu einem klaren Film getrocknet ist. Das Verlegen der Riemchen sollte bis zu 2 Tage nach dem Anstrich erfolgen.

Tapete

Eine Tapete ist grundsätzlich kein geeigneter Untergrund, um Riemchen darauf zu verlegen. Die Feuchtigkeit des Klebemörtels zieht nach dem Auftragen durch die Tapete in die Wand ein und löst somit die Verbindung der Tapete zur Wand. Werden nun die Riemchen aufgeklebt fällt die Tapete samt der Riemchen von der Wand – das Ganze ist für den Tapetenkleber einfach zu schwer.

Unsere Empfehlung ist hier immer, die Tapeten vor dem Verlegen der Riemchen komplett zu entfernen, damit Ihr auch lange Spaß an der neuen Wand habt.

Tapete

Tapeten entfernen

Sollte es sich bei der alten Tapete um eine Vliestapete handeln, lässt sich diese in der Regel einfach trocken abziehen. Ansonsten genügt es in der Regel, die Tapete mit lauwarmen Wasser einzuweichen – also entweder mit einem Schwamm nass machen oder mit einer Blumenspritze besprühen. Nach einer kurzen Einweichzeit kann die Tapete dann normalerweise leicht mit einer Spachtel gelöst werden. Sollte die Tapete störrisch sein, kann dem Wasser auch ein flüssiger Tapetenlöser hinzugefügt werden. Die Tapeten können vorab mit einer Perforierwalze (Stachelwalze) durchlöchert werden, damit das Wasser auch hinter die Tapete gelangt und den Kleber besser löst. Damit sollte sich die Tapete dann lösen lassen. Sollte das noch immer zu keinem Ergebnis führen, dann ist der Einsatz von Maschinen sinnvoll, die unter Dampf die Tapete lösen.
Bleibt die Tapete fest mit der Wand verbunden, kann ein Verlegen der Riemchen auf der Tapete unter diesen Umständen möglich sein. Verwendet am Besten in diesem Fall einen Schnellkleber, den Ihr auch bei uns erhaltet. Dieser Kleber hat zwar eine kürzere Einlegezeit, härtet aber daher schneller aus.

Sandige Oberflächen

Haft- und Grundierdispersion P51

Haft- und Grundierdispersion P51

Inhalt: 1 Kilogramm

Weitere Details in unserem Onlineshop

Sandige Oberflächen sind beim Verlegen von Riemchen problematisch. Durch die lose Körnung kann der Klebemörtel keine feste Verbindung mit der Wand eingehen, sodass das Gewicht der Riemchen nicht gehalten werden kann. Auf ein altes Mauerwerk können die Steinverblender durchaus geklebt werden. Achtet nur darauf, dass es nicht sandet und sauber ist.

Daher sollte der Untergrund von losen Körnungen befreit werden und zusätzlich mit einer Grundierung behandelt und verfestigt werden. Wir verwenden dafür die Grundierung P51. Der Untergrund wird dadurch verfestigt und das saugverhalten reduziert. Die Grundierung P51 wird in ein sauberes Gefäß gegeben und im vorgegebenen Mischungsverhältnis von 1:3 mit sauberem Wasser vermischt. Den Voranstrich mit einer Bürste, Pinsel oder Rolle gleichmäßig auftragen. Danach zu einem klaren, dünnen Film trocknen lassen, bevor du mit den nachfolgenden Arbeiten beginnst.

Unebene Oberflächen

Unebene Oberflächen stellen nur bedingt ein Problem dar. Leichte Unebenheiten in der Wand können meist durch den Klebemörtel bzw. die Riemchen selbst ausgeglichen werden. Größere Unebenheiten und Löcher in den Wänden sollten vor dem Verlegen noch mit Putz ausgebessert werden. Verwendet hierzu nicht den teuren Klebemörtel, sondern besser einen Armierungsmörtel oder bei noch größeren Ausbrüchen einen Kalkzementputz (im Innenbereich ist auch ein Gipsputz möglich).

Gestrichene Wände

Bei gestrichenen Wänden verhält es sich im Innenbereich ähnlich wie mit einer Tapete. Hat die Farbe keine starke Verbindung zur Wand, würde sie das Gewicht der Riemchen nicht tragen können und nach einiger Zeit höchstwahrscheinlich nachgeben. Das Ergebnis wäre mehr als ärgerlich. Daher empfehlen wir auch hier gut zu prüfen, ob sich die Farbe leicht lösen lässt. Falls ja, lieber runter damit und die Riemchen auf die gesäuberte Wand kleben.

Im Außenbereich gibt es leider keinen Ausweg. Die Farbe muss runter. Gerade die Temperaturschwankungen und die Witterungseinflüsse bauen Spannungen im Untergrund auf. Die Farbe würde Gewicht der Riemchen über Jahre nicht tragen können. Sollte die Farbe nur schwer runter gehen, dann verwendet einen Betonschleifer oder eine Putzfräse.

Wandfarbe

Kurz & knapp

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Kurz und knapp könnt Ihr euch als Anhaltspunkte für optimale Untergründe merken: Alles was staub- und schmutzfrei ist, eine raue Oberfläche hat und tragfähig ist, ist geeignet. Die stärkste Verbindung gehen der Klebemörtel und die Riemchen direkt mit der Wand ein.

Unsere Aufzählung dient euch als kleine Orientierung und ist nicht abschließend. Solltet Ihr einen anderen Untergrund haben als hier aufgezählt, stehen wir euch per Mail, Telefon oder persönlich jederzeit beratend zur Seite.

Tel.: 06483 918216-0
E-Mail: mail@riemchenwerk.de